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Ab 29. Januar 2009 im Kino

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KINO.DE

"Zwei Schüler quälen einen der ihren, ein weiterer ringt mit seinem Gewissen: verstörendes Psychodrama und ausgereifte Bestandsaufnahme einer Jugend ohne Gott. Thomas Stubers nur knapp einstündiger Film war auf der Berlinale 2008 vertreten, weniger eine Erkundung jugendlichen Weltschmerzes, denn ein nihilistisches Sittenbild eines Clubs der tötenden Dichter. Vor dem nicht näher expositionierten Hintergrund eines Elite-Internats schwadronieren die beiden Alpha-Männchen Drybusch und Bogatsch von ihrer natürlichen Überlegenheit. In einer angemieteten Datsche entziehen sie sich den ahnungslosen Mentoren, deren Disziplinierungen längst ins Leere laufen. Zusammen mit dem arglosen Konstantin nehmen sie den verklemmten Adelsspross von Leibnitz auf - unter reichlicher Verwendung von Hochprozentigem, Drogen sowie absurder Mannbarkeits-Spielchen. Als der Neue die Beinahe-Vergewaltigung der Kellnerin Vaneska verhindert, foltert der sadistische Drybusch ihn zur Strafe über Tage. Während Bogatsch überzeugt mitmacht, klinkt sich Mitläufer Konstantin aus und ringt mit seinem Gewissen. Daraus entspringt eine Tragödie, die keiner Versuchsanordnung wie "Das Experiment" folgt, sondern dem Lebensgefühl einer jeunesse dorée nachspürt, in poetischen Bildern die soziale Konstitution von Opfer- und Täterrollen ausbreitet und von der Eigendynamik eines entfesselten Machttriebs kündet, der bei seinen Exzessen keine ethischen Grenzen beachtet. Die Lust an der Dominanz verbunden mit mangelnder Empathie gibt der Jugend in ihrem Sturm und Drang den präzise beobachteten, verstörenden Drive, mit dem derartige Konstellationen von Erwachsenen unbemerkt aus dem Ruder laufen und am Ende erschreckende Schlagzeilen produzieren. Stubers Spielfilmdebüt taucht künstlerisch überzeugend in diese hermetische Denkwelt ein und liefert eine Studie der Gewalt - in trügerisch schönem Look. Auf der Berlinale vorgestelltes Low-Budget-Drama von Debütant Thomas Stuber, der ein niederschmetterndes Bild der Jugend entwirft. Ähnlich wie "The Great Ecstasy of Robert Carmichael" oder "Das Experiment" schaukelt sich eine Situation aufgrund fataler Gruppendynamik hoch."


Quelle: kino.de